{"id":73,"date":"2011-02-09T15:29:11","date_gmt":"2011-02-09T15:29:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.art-events.de\/weblog\/?p=73"},"modified":"2021-07-23T10:00:47","modified_gmt":"2021-07-23T10:00:47","slug":"smart-metering","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.art-events.de\/weblog\/smart-metering\/","title":{"rendered":"Smart Metering &#8211; oder wie reich sind Sie?"},"content":{"rendered":"<p>Smart Metering! Gibt ja kaum noch eine Zeitung in der das nicht in jeder f\u00fcnften Ausgabe erw\u00e4hnt wird. Was ist es &#8211; und wof\u00fcr braucht man es&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"https:\/\/www.terminal-systems.de\/images\/mgw1x-160713.jpg\" width=\"436\" height=\"340\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Strom, Wasser, Gas, Heiz\u00f6l&#8230; alles wird teuer. Smart Metering meint Verfahren und Methoden, um Verbrauchsdaten aufzuzeichnen und zu \u00fcberwachen. Da man das nicht nur aus reiner Sammelwut und Langweile macht: mit dem Ziel den Verbrauch zu kontrollieren und langfristig zu senken.<\/p>\n<p>Prinzipiell k\u00f6nnen Sie sich einmal im Jahr Ihre Stromrechnung ansehen &#8211; und dann festellen, dass Sie a) mehr verbraucht haben, b) wieder mehr f\u00fcr die kWh Strom zahlen. Sie k\u00f6nnen sich dann vornehmen im n\u00e4chsten Jahr zu sparen, Licht im Klo auszuschalten &#8211; und dann im n\u00e4chsten Jahr wieder auf die Stromrechnung warten, ob ihre Sparbem\u00fchungen Fr\u00fcchte getragen haben. Global gesehen: auch das ist eine Form von Smart Metering &#8211; aber der Zeitraum ist zu gro\u00df.<\/p>\n<p>Smart Metering meint vielmehr den Verbrauch Ihrer Toiletten und Sanit\u00e4rr\u00e4ume (oder Maschinen, Anlagen und Filialen) aktuell d.h. zeitnah zu kontrollieren. D.h. t\u00e4glich, w\u00f6chentlich, monatlich. Herausfinden was Sie wann verbrauchen &#8211; und basierend auf diesen Erkenntnissen Ma\u00dfnahmen entwickeln, um den Verbrauch zu senken.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"https:\/\/www.terminal-systems.de\/images\/20090121-ecm4.jpg\" width=\"700\" height=\"407\" \/><\/p>\n<p>Smart Metering meint z.B. dass Sie sich einen Elektroz\u00e4hler in den Toilettentrakt setzen. Dann schauen Sie sich den Verbrauch \u00fcber einen Zeitraum (z.B. jeden Tag) an &#8211; und werden feststellen, dass Sie an einem durchschnittlichen Tag 100kWh Energie verbrauchen. \u00a0Zus\u00e4tzlich werden Sie sich von Ihrem Sanit\u00e4rbetrieb des Vertrauens noch einen Wasserz\u00e4hler montieren lassen und ermitteln, dass Sie innerhalb der Toilettenkabinen jeden Tag 20 Liter Wasser durch die Rohre hauen. Allerdings f\u00e4llt Ihnen auf, dass der STromverbrauch 2x in der Woche auf 156 kWH ansteigt &#8211; und im Sommer 112 Liter Wasser ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Was das m\u00f6glich macht? Kleine Z\u00e4hler, die mit einer Computerschnittstelle ausger\u00fcstet sind. Man nennt sie M-Bus Schnittstelle. \u00dcber diese Schnittstelle k\u00f6nnen Sie den Z\u00e4hler mit einem Computer verbinden &#8211; und so die Z\u00e4hlerdaten automatisiert ablesen. Z\u00e4hler mit M-Bus gibt es als Strom-\/Leistungsz\u00e4hler, Wasserz\u00e4hler, Gasz\u00e4hler, W\u00e4rmemengenz\u00e4hler, Durchfluss und f\u00fcr nahezu fast alles, was man z\u00e4hlen, messen und erfassen kann&#8230;<\/p>\n<p>Ausgestattet mit diesen Z\u00e4hlern und einer computergesteuerten automatischen Erfassung gehen Sie den Ausrei\u00dfern auf den Grund und stellen fest, dass Ihre Praktikantin sich 2x die Woche die Haare f\u00f6nt. Mit einem 3000 Watt Superf\u00f6n, den sie von zu Hause mitgebracht hat. Und das Wasser im Sommer &#8211; da schliesst Ihr Hausmeister den Gartenschlauch an und bew\u00e4ssert die Gr\u00fcnanlagen. Und zu guter Letzt war da noch der elektrische Heisswasserboiler, der an einer 65A Leitung h\u00e4ngt &#8211; und bei dem der alte Drehstromz\u00e4hler den Turbo anschmeisst, wenn sich jemand die H\u00e4nde mit warmen Wasser w\u00e4scht&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large\" src=\"https:\/\/www.terminal-systems.de\/images\/20090914-ecm2x600.jpg\" width=\"600\" height=\"351\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr alles gibt es L\u00f6sungen. Schenken Sie der Praktikantin einen 300 Watt F\u00f6n &#8211; oder teilen ihr mit, dass sie ihre wilde Haarpracht bitte zu Hause auf M\u00e4hne bringen m\u00f6chte. Den Hausmeister weisen Sie darauf hin, dass Sie extra Regenwassersammeltonen am Geb\u00e4ude haben &#8211; da kann er Wasser g\u00fcnstiger entnehmen. Und den Warmwasserboiler reduzieren Sie einfach mal um 10\u00b0C &#8211; oder pr\u00fcfen, ob Sie das warme Wasser nicht gleich wegrationalisieren k\u00f6nnen. (Je nach Gewerbeart.)<\/p>\n<p>Sie Smart Metern weiter. Strom und Wasser sind jetzt konstant. Aber Sie wissen oder ahnen es aufgrund Ihrer Lebenserfahrung bereits: Die Preise f\u00fcr Strom und Wasser werden weiter steigen. Das Perfide: Selbst wenn Sie immer die gleiche Menge verbrauchen, es wird teurer! Da bleibt nur ein Ziel: Sie m\u00fcssen den Verbrauch senken!<\/p>\n<p>Wie war das noch mit dem Licht auf der Toilette? Jeder Dritte vergisst es auszuschalten. L\u00f6sung gibt es im Baumarkt und kostet 8,95. Bewegungsmelder mit Zeitintervall. Und da das so g\u00fcnstig war, pr\u00fcfen wir gleich, ob wir wirklich eine 110 Watt Lampe im Bad brauchen. Wie w\u00e4re es mit LED Leuchten &#8211; die verbrauchen nur 3 Watt. (Tipp: Nicht den Billigschrott im Onlineauktionshaus kaufen. Haben wir probiert. Hielt drei Minuten.) Leuchtstoffr\u00f6ren mit 35 Watt w\u00e4ren auch schon g\u00fcnstig zu haben &#8211; sind aber schlecht, wenn sie st\u00e4ndig an &#8211; und ausgeschaltet werden sollen. (Gehen schnell kaputt.) Und wenn wir schon so weit sind: schauen wir uns mal den Sp\u00fclkasten an. So ein uraltes Teil ohne Spartaste. (Tipp: Auch alte Sp\u00fclk\u00e4sten kann man mit Gewichten aus dem Angelladen in eine Sparschaltung verwandeln. Funktioniert wunderbar. Haben wir selbst ausprobiert.) Und der Wasserhahn tropft auch &#8211; was man manchmal mit einer Wasserrohrzange und einem kleinen Gewindeeinsatz beheben kann&#8230;<\/p>\n<p>Mit einigen Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen Sie Ihren Verbrauch weiter senken. Auf 0 (Null) werden Sie niemals kommen &#8211; dazu m\u00fcssten Sie ihr Klo zumauern. Aber wer wei\u00df &#8211; vlt. stellen Sie fest, dass Sie eine Etage tiefer ohnehin eine zweite Toilette haben. Vielleicht kann man die zusammenlegen und so &#8230;<\/p>\n<p>Na ja &#8211; ich denke, die Richtung wird schon klar. Um Energie und Verbrauch zu sparen, m\u00fcssen Sie zuerst beobachten (ermitteln), WAS Sie WANN verbrauchen. Dann k\u00f6nnen Sie diesen Verbrauch optimieren. Der Techniker nennt die Beobachtung MONITORING und METERING. Smart Metering erlaubt Ihnen also das bequeme Beobachten Ihres Verbrauches und damit Sie das auch bequem und einfach auswerten k\u00f6nnen, schreiben Sie es nicht auf einen gelben Zettel, die Sie an die Klot\u00fcr pinnen, sondern lassen die Aufzeichnung per Computer erledigen. Im einfachsten Fall durch eine regelm\u00e4ssig aktualisierte Exceltabelle. Im ausgefeilteren Fall \u00fcber eine SQL Datenbank, wo die Werte \u00fcber verschiedene Zeitr\u00e4ume automatisiert gesammelt werden. Mit bunten Bildern ermitteln Sie dann Ihren Durchschnittswert und k\u00f6nnen Ma\u00dfnahmen zur Senkung desselben einleiten und den Erfolg Ihrer Ma\u00dfnahmen kontrollieren.<\/p>\n<p>Eigentlich ist Smart Metering damit so etwas wie das Fahrtenbuch f\u00fcr Ihr Firmenfahrzeug. Wenn es richtig gef\u00fchrt wird, tragen Sie nicht nur gefahrene Kilometer sondern auch verbrauchte Liter ein. Und wenn Sie das auf 100 km Verbrauch hochrechnen &#8211; und dann feststellen, dass der Azubi auf dem Weg zur Post mit dem Firmenwagen immer 18 Liter \u00a0und die Praktikantin auf der gleichen gefahrenen Strecke nur 8 Liter verbraucht\u00a0&#8211; dann werden Sie mit Auszubildenden vlt. ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Und jetzt. Jetzt h\u00f6re ich Sie st\u00f6hnen. Was das kostet? Genauso wie das F\u00fchren eines Fahrtenbuches kostet auch Smart Metering Geld. Und Zeit. Aber jetzt kommt eine Komponente ins \u00a0Spiel, bei der Ihre Transferleistung ben\u00f6tigt wird. Smart Metering betreiben Sie nicht f\u00fcr die Kosten von heute. Die sind eh weg. Futsch. Aus. Das Geld hat Ihr Energieversorger schon.<br \/>\nSmart Metering betreiben Sie f\u00fcr die Kosten von morgen. Da die Preise st\u00e4ndig steigen werden Sie mehr bezahlen &#8211; selbst wenn Sie Ihren Verbrauch konstant lassen. Sie m\u00fcssen also heute sparen, um morgen zumindest den gleichen Betrag auf den Tisch zu legen. Und das erreichen Sie nur, wenn Sie heute in Sachen investieren, die Ihnen das Energiesparen erm\u00f6glichen. Denn warum sonst haben Sie doppelt ged\u00e4mmte ISO Fenster mit Argonf\u00fcllung am Haus? So ein Fenster kostet schnell 700 Euro incl. Einbau. Glauben Sie wirklich dass sie pro Fenster 700 Euro Heiz\u00f6l weniger verballern, nur weil sie das Einfachglas durch ISO Verglasung modernster Bauart ersetzten? Nein. Nat\u00fcrlich nicht. Sie wissen aber: komplette ISO Verglasung in beheizten R\u00e4umen senkt den Verbrauch im Gesamtgeb\u00e4ude um 10&#8230;20%. Und was Sie beim Heiz\u00f6l (und auch Gas) schon anwenden wird jetzt beim Strom und Wasser notwendig.<\/p>\n<p>Und wenn Sie unsicher sind: dann rufen Sie mal den n\u00e4chsten Energieberater an und laden ihn zu einem Gespr\u00e4ch ein. Schon eine kurze Begehung kann Ihnen zeigen, wo Ihre kritischen Stellen Strom- und Wasserfresser lauern. Alte R\u00f6hrenmonitore am PC hauen ein Vielfaches von dem weg, was ein moderner TFT Bildschirm bringt. Rechner, die mit 350 Watt Netzteil nachts und am Wochenende vor sich hinbrummen, wenn keiner da ist. Und auch der beliebte Bildschirmschoner &#8211; schont zwar den Bildschirm, spart aber keine Energie. \u00dcber Gl\u00fchlampen und LED Lampen habe ich oben schon gesprochen. Leuchtstoffr\u00f6hren sind eine gute Idee f\u00fcr Dauerlicht z.B. in der Werkstatt. Topfende Wasserleitungen oder gar Rohrb\u00fcche (es soll wirklich Leute geben, die von einem Rohrbruch erst duch die explodierenden Wasserkosten erfahren haben!) sollte man auch fr\u00fchzeitg bemerken. Und und und.<\/p>\n<p>Smart Metering ist so \u00e4hnlich wie das Spritsparen am Auto. Vor 25 Jahren hat da keiner dar\u00fcber nachgedacht. Da gab es f\u00fcr 25 Mark 25 Liter Sprit. Heute gelten Autos mit mehr als 7 Litern Durchschnittsverbrauch schon als spritfressende Schleudern &#8211; und sp\u00e4testens wenn Sie die Tankrechnung bezahlen, werden Sie erkennen warum.\u00a0 (F\u00fcr 25 Liter legen Sie jetzt locker 35 Euro &#8211; umgerechnet 70 Mark hin.) Und Ihr Tankwart hat es in den letzten 25 Jahren noch nicht einmal in das Who is Who der reichsten Deutschen geschafft..<\/p>\n<p>Und wenn Sie jetzt mehr wissen m\u00f6chten:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.terminal-systems.de\/wp\/home-2\/smart-metering\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Smart Metering &#8211; Monitoring von Energie und Verbrauchswerten<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Smart Metering! Gibt ja kaum noch eine Zeitung in der das nicht in jeder f\u00fcnften Ausgabe erw\u00e4hnt wird. 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