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Stellen Sie sich vor, Sie kaufen einen beliebigen Desktop PC und stellen ihn irgendwo in einer Industrieumgebung auf, in der es vor Dreck, Staub, Schmutz, Vibration, Kälte, Hitze usw nur so wimmelt. Aller Erfahrung nach, wird Ihnen diese Kiste bald den Dienst versagen. Der Desktop PC beinhaltet naturgemäß zwei grundlegende "Schwachstellen" in denen er mit der gewählten Umgebung auf Kriegsfuss steht:
Festplatte und Lüfter haben weiterhin den Nachteil, dass sie schnell drehende Medien sind, d.h. sie routieren mit grosser Geschwindigkeit. Typische Abnutzungserscheinungen im Dauerbetrieb sind Lagerschäden (meistens hörbar durch eine veränderte Geräuschentwicklung) und später ein Ausfall. Um es noch anfälliger zu machen: Bei der Festplatte schweben mehrere Schreib/Leseköpfe im haarkleinen Abstand über der Platte. (Vergleichbar zu Ihrem alten Plattenspieler. Jedoch liegt die Nadel - der Schreib/Lesekopf - hierbei nicht auf.). Energisches Gegentreten (Vibrationen) wird bei Ihrer Festplatte diesen Abstand stören. Wenn der Schreib/Lesekopf auf die Platte knallt, können Sie die Festplatte oder zumindest die betroffenen Sektoren vergessen. Hinzu kommt, dass Festplatten recht übellaunig auf extreme Temperaturen reagieren - wenn Ihr Lüfter ausfällt oder es im System zu warm wird, regieren sie früher oder später mit Schreib-/Lesefehlern - was sich für Sie im Computerabsturz bzw. wirren Programmfehlern äussert. Nun ist das alles bei Ihrem
Desktop PC, den Sie im Arbeitszimmer oder im Büro aufstellen meistens kein
Problem. Die Vibrationen dort dürften sich in Grenzen halten und - wenn man vom
Hausstaub absieht - das Staubaufkommen dürfte kein Vergleich zu einer
Produktionshalle sein - sollte es zumindest nicht.... Nun haben wir jedoch das "Problem", das wir in einer Zeit leben, in der wir alles und jedes mit einem PC oder zumindest mit Computertechnik überziehen möchten, unser Auto, unsere Garagensteuerung usw. Siehe auch unser Beitrag Embedded Systeme - oder warum Autos stehen bleiben... Um diesen Wunsch zu erfüllen, benötigen Sie also Systeme, die eigentlich jede Einsatzumgebung möglichst klaglos überstehen, ohne gleich mit dem Systemausfall zu antworten. Nun sind Festplatte und Lüfter nicht zufällig in Ihrem Desktop PC eingebaut, denn unseligerweise gibt es ja Software - und - sorry - Sie als Anwender: Software benötigt "nichtflüchtigen" Massenspeicher (d.h. er darf beim Ausschalten des Gerätes nicht seinen Inhalt "vergessen") und der Anwender will manchmal auch noch Daten und Dateien speichern. Hinzu kommt das Betriebssystem (auch eine Art der Software), die benötigt wird, um den Computer überhaupt verwenden zu können. Alles zusammen erfordert nichtflüchtigen Massenspeicher in beachtlichen Kapazitäten - wer will schon jedes Mal ein Betriebssystem neu installieren, bevor er eine Maschine benutzen kann, die mit einem Industrie PC gesteuert wird? Die Antwort der Automatisierungsindustrie und der Embedded Branche besteht darin, möglichst auf Festplatten zu verzichten. Die Systeme sollen festplatten- und möglichst auch lüfterlos sein, um diese kritischen Komponenten auszuschalten und einen möglichst langlebigen, störungsfreien Dauerbetrieb zu gewährleisten.
Für diese Einsatzfälle hat die Technikwelt den Flash Speicher erfunden. Flash Speicher gibt es heute in folgenden üblichen Bauformen:
So schön sich diese Alternative auch anhört - Flash Speicher hat im direkten Vergleich zur Festplatte eine wesentliche Besonderheit: Die Begrenzung der Lebensdauer auf Speicherzellenbasis. Hierbei geht es nicht darum, wie lange ein Flash Speicher arbeitet, sondern wie oft eine Speicherzelle - die kleinste Einheit eines Flash Speichers - gelöscht und wieder beschrieben werden kann. Ältere Systeme bieten ca 10.000 Lösch- und Schreibzyklen, moderner Flash Speicher ca 100.000 und mehr Zyklen. Die Werte gelten pro Speicherzelle, d.h. jede Zelle wird einzeln gelöscht und neu beschrieben. Wenn Sie eine grosse MP3 Datei verwenden, werden z.B. mehrere Millionen von Speicherzellen benötigt. Um eine möglichst gleichmässige Verwaltung der Speicherzellen zu ermöglichen, beinhaltet Flash Speicher meistens ein Flash File System. Dieses sorgt dafür, dass die Speicherzellen möglichst gleichmässig verwendet werden. Es befindet sich typischerweise bereits automatisch "im" Flash Medium und der Anwender muss sich hierbei keine Gedanken machen - kann aber auch nicht steuernd eingreifen.
Flash Speicherbaustein Der fest auf einer Platine
aufgebrachte on-board Flash Speicherbaustein ist einer der kleinsten Flash
Speicher mit Kapazitäten von wenigen
hundert KByte bis zu einigen MByte.
IDE Flash Disc Die IDE Flash
Disc wird eigentlich nur noch selten benutzt und hatte vor einigen Jahren die
Vision, "herkömmliche" Festplatten abzulösen. Die Bauform ist weitgehend
identisch mit einer "normalen" Festplatte (1.8 oder 2.5"), der Anschluß an den
PC erfolgt über den Standard IDE Connector, die Kapazitäten bewegen sich bis zu
einigen GByte.
Flash Speicherkarten Flash Speicherkarten erlebten ihren
Siegeszug in den digitalen Kameras. Dort benötigte man die Speicher-Kapazitäten, um die Urlaubsbilder zu
speichern - und da diese Medien noch steckbar waren, konnte man gleich anstelle
einer grossen Speicherkarte mehrere Karten mit kleinerer Kapazität verwenden.
Die heute typischen Grössen sind im Bereich von einigen MByte bis in den GByte
Bereich hinein - wobei sich diese
Kapazitäten im Moment ständig erhöhen - und der Preis pro MByte aufgrund der
grossen Einsatzgebiete und damit verbundenen Stückzahlen sich eigentlich nach unten bewegt.
USB Sticks USB Sticks sind ein
vergleichsweise junges Speichermedium - heissgeliebt von den Vertretern der
mobilen MP3 Player Area.
Alle Medien stellen hervorragende Alternativen da, um Speicherplatz auf robuster, nichtmechanischer Arbeitsweise zu realisieren - und damit Alternativen für den Einsatz von Computern in kritischer Umgebung. Jetzt geht es nur noch darum, Betriebssysteme und Software zu verwenden, die mit den - im Vergleich zur Festplatte - geringeren Kapazitäten auskommt. Die Lösung lautet dabei oftmals Embedded Linux: Mit Linux erhält man ein Standardbetriebssystem, das einfach zu programmieren und mit zahlreichen Tools ausgerüstet ist und gleichzeitig ein Betriebssystem, das man hinsichtlich seiner benötigten Speicherkapazität recht klein gestalten kann. So klein, dass es auch in Flash Medien verwendet werden kann. Siehe auch unser Beitrag Embedded Linux. Wieder ein Beispiel: Unsere Terminalproduktreihe TRMxx bieten z.B. bereits on-board Laufwerke für den Einsatz von Compact Flash Karten (als Speichermedium für Anwendungsdaten) oder USB Erweiterungen (für den Einsatz von USB Sticks). Und auf dem DIL/NetPC, der in diesen Terminals als CPU Board verwendet wird, befindet sich on-Board Flashspeicher, der zur Speicherung des Betriebssystems und der Anwendungssoftware dient. Diese Systeme sind daher sehr gut geeignet, um Daten in beliebigen Kapazitäten zu speichern. Und wer die USB Variante bevorzugt, kann die gespeicherten Daten auf einem USB Stick auch gleich für den Transfer zu einem anderen System verwenden - z.B. zur Datenübergabe von Verkaufsfahrern, die abends ihre gespeicherten Daten via USB Stick aus dem LKW an ein Bestellsystem im Firmengebäude transferieren. (Wenn eine drahtlose Wireless WLAN Lösung nicht gewünscht wird... Doch das wäre eine andere Alternative...) Alles in allem bedeutet das: Festplatten sind im Industrie- und Embedded Einsatz eine Schwachstelle - und daher unerwünscht. Die Embedded Branche hat sich auf Alternativen eingestellt, so dass in vielen Fällen bereits auf die störanfällige Komponente der Festplatte verzichtet werden kann - zumindest, wenn man nicht gerade ein PC Standard Betriebssystem verwenden, sondern auf ein Embedded Betriebssystem ausweichen kann. |
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hjw AE, Last Update:
26.01.2011.
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