Die
Idee eine Lagersoftware einzuführen hat mich damals nicht begeistert.
Wir hatten uns so einige Programme am Markt angesehen. Das eine oder
andere fanden wir zu kompliziert für unseren Ablauf - andere wiederum
empfanden wir als mit zu einfachen Mitteln ausgestattet. Was uns wichtig
war:
Einfache Bedienung
Das Programm wird nicht ständig, sondern nur ein paar Mal am Tag / in
der Woche benötigt. Wir legen Wert auf intuitive, einfache Bedienung. Am
Besten ohne Lernprogramm. Programm starten. Lagerdatei öffnen. Artikel
suchen - Bestand ansehen, WER hat zuletzt gebucht oder selbst buchen.
Schlankheit
Unsere PCs haben wahrlich schon genügend Software installiert. Mit
Installer, Registry und allem Pipapo. Jedes Programm macht den Rechner
nicht gerade schneller. Das Programm soll schnell starten und sich
schnell beenden. Kein Schnickschnack und den Rechner nicht zumüllen.
Offene
Datenformate
Wer weiss, was morgen wird? Ein Rechner stürzt ab, geht kaputt oder was
auch immer. Die Integrität von Datenbanken zu gewährleisten erfordert
schnell einen Admin. Und selbst der ist manchmal hoffnungslos
überfordert, wenn eine Datenbank unrettbar gecrashed ist. Dann darf er
seine "letzte Sicherung" einspielen.
Für uns alles überflüssig. Unser Admin soll sich um wichtige Dinge
kümmern. Wir selbst wollen Dateien schnell hin- und herschieben. Und wir
wollen möglichst wissen, WAS wir hin- und herschieben. Und falls wir
irgendwann einmal auf andere Programme upgraden, möchten wir die Daten
möglichst schnell und einfach importieren können. Daher bevorzugen wir
offene Datenformate, bei denen wir sehen können, was es ist und wo wir
im Bedarfsfall mal selbst "Hand anlegen" können.
Erweiterbarkeit
Wir wollen unser Lager nicht nur am PC verwalten, sondern das Ganze soll
auch per mobilen Handheld Computer vor Ort geschehen. Abgänge und
Zugänge sollen direkt im Lager erfasst werden. Nimmt jemand was aus dem
Regal, soll er es einscannen. Packt jemand Ware ins Regal auch. Und
abends oder wann auch immer sollen diese Buchungsdaten flink und einfach
in unseren Lagerbestand verarbeitet werden.
Sicherheit /
Nachverfolgung
Natürlich müssen die Daten sicher sein. Backup problemlos und einfach -
und wg. angeborenen Kontrollzwangs wollen wir auch jede Buchung
nachvollziehen können. Mit einer lückenlosen Historie, die Auskunft
liefern, WER WANN WAS im Lager gebucht hat.
Der Weg zum
Ziel
Nun ja - unsere
erste Idee war: wir nehmen Office / Excel. (Oder OpenOffice Calc. Wir
sind ja Low Budget Fans.) Der Lagerbestand wird als Exceldatei gepflegt.
Jede Buchung wird eingetragen und gut ist.
Klingt einfach.
Und billig. Und würde bei uns das Vollchaos auslösen. Jeder
Bedienungsfehler wird zur Marter für denjenigen, der das reparieren
will. Und wie immer, wenn irgend jemand etwas kaputt gemacht hat: am
Ende ist es keiner gewesen. Unsere Idee mit Sicherheit und
Nachverfolgung können wir auch vergessen. Excel ist für diesen Zweck zu
einfach. Und zu blöde. Excel mag toll sein - aber für unsere
Lagerwirtschaft ungeeignet.
Der nächste
Schritt: Marktübersicht einiger am Markt verfügbaren Programme. Dann
eine Analyse. Was bieten die Programme. Was kosten sie.
Auch eine gute
Idee. Dabei kam allerdings das eingangs erwähnte heraus. Das steuerte
auf eine ENTWEDER / ODER Entscheidung zu. Entweder bekommen wir viele
Wünsche unserer Liste erfüllt - und müssen dafür viel Geld zahlen. Oder
wir müssen auf Wünsche verzichten - und dann wird es günstig.
Die Umsetzung

Gut - lange Rede -
kurzer Sinn: wozu hat man Programmierer? Wir haben uns also damals
entschieden: wir schreiben den Krempel selbst. Einer Lagerverwaltung für
Windows. So wir wir es haben wollen. Mit den Features, die wir
benötigen. Als PC Programm mit:
- Einfachste
Bedienung. Hier wird nicht herumgebastelt, sondern Programm starten,
Lagerdatei öffnen, Artikel buchen. Fertig. Und wenn man es schon
selbst macht: dann klauen wir gleich die Ansicht von Excel (alles wird
in einer Tabelle angezeigt) und die Features teurer Lagerprogramme:
Viele Einzelfelder zu jedem Artikel möglich.
- Schlankheit.
Nix mit Installation, Registry vollmüllen und Co. Programm irgendwie
auf dem PC speichern, starten - und gut ist. Und wenn man das Programm
nicht mehr haben will (weil man einen neuen PC bekommt): löschen. Und
auch gut.
- Offenes
Dateiformat. Die Lagerdatei sowie alle Buchungen werden als XML Datei
aufgeführt. Klares, leicht nachvollziehbares Datenformat. Kann man mit
jedem PC ansehen - und wenn wir mal irgendetwas anderes im Einsatz
haben kann das Lager in das neue Programm importiert werden.
-
Erweiterbarkeit. Na ja gut - da muss man nicht darüber reden. Wenn ich
mein Haus selbst baue, ist es immer erweiterbar. Allerdings - und dann
muss man doch darüber reden: Gleich noch ein paar Programme mehr
aufgelegt. Unter Windows CE 5.0 für einen mobilen Handheldcomputer mit
Scanner. Unter Linux für Fahrzeugterminals auf dem Gabelstapler. Dann
können Lagerentnahmen und Zugänge auch mit Scanner oder mit KFZ
Terminal auf dem Gabelstapler erfasst - und im PC Programm importiert
und verarbeitet werden.
Was fällt uns
jetzt noch ein? Ach eigentlich gar nichts. Ausser: Zum einen sind seit
der Entstehung haufenweise Wünsche von seiten unserer Anwender
hinzugekommen - und seit einiger Zeit kann man das Programm auch
käuflich erwerben. Schauen Sie es doch selbst an:
Webseite zum Lagerprogramm mit Erweiterungen zum Handheld und KFZ
Terminal.** |