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Kennen Sie das:
irgendwann steigen Sie in Ihr Auto ein oder schalten den PC ein - und
kommen zu der festen Überzeugung das Ding ist fertig mit der Welt. Alles
Vertraute erscheint irgendwie altbacken. Angestaubt. Nicht mehr aktuell.
Die Anderen haben was Besseres, was Neueres - und bestimmt können die
damit viel mehr machen...
So ging es uns jetzt
mit unserem MS OFFICE. Unser altes MS OFFICE97 haben wir damals zwar für
viel Geld erworben - aber nun ist es unrettbar in die Jahre gekommen.
Gefühlt: hier geht etwas nicht mehr, dort ist etwas nicht auf dem
neuesten Stand usw usf.
Das sind dann die
Momente in denen nur noch eine Investition retten kann. Entweder ein
neues Auto kaufen - oder eine neue Software. In unserem Fall war also
der Wunsch nach einer neuen Officesuite geboren. Der Upgrade auf ein
neues MS OFFICE wäre ... nun ja, zumindest nicht ganz billig. Die Home &
Student Version bekommt man zwar für so um die 99 Euro im Laden - aber
jegliche gewerbliche Nutzung ausgeschlossen. Die für uns firmentechnisch
nutzbare Vollversion schlägt dann schon eher mit 500...600 Euros zu
Buche.
Alles in allem kommt
da bei unseren paar Arbeitsplätzen im Kleinunternehmen schon ein
stattlicher Betrag von 2000...3000 Euros zusammen. Nur, um Briefe zu
schreiben, Angebote zu kalkulieren oder Präsentationen zu malen. 3000
Euros müssen auf der anderen Seite erst mal verdient werden.
Lange Rede kurzer
Sinn: eine kurzfristig anberaumte Chefversammlung musste her. Es wurde
diskutiert, ob die 3000 Euro für Softwarelizenzen aufgebracht werden -
oder ob andere, günstigere Alternativen wie StarOffice, OpenOffice oder
was auch immer gesucht werden sollen. Die Tendenz war eindeutig: Wenn
wir 3000 Euro ausgeben wollen, hat jeder Bereich irgendwelche Wünsche.
Officesoftwarelizenzen kamen daber nicht darin vor. Also brachte das
Meeting ein Ergebnis: OpenOffice sollte als Alternative untersucht
werden.
Fairerweise sei
erwähnt: etwas Angst bereitete mir diese Entscheidung schon. Ich habe
mich im Jahr 2002 schon mal mit OpenOffice beschäftigt. Version 1.0 oder
so. Das war ein ziemlicher Reinfall. Zu langsam, zu träge, gepixelte
Logos, nur suboptimale MS Office Kompatibilität, wenn man mal mit
anderen Leuten Dokumente austauschen will etc. Immer noch rotten auf
alten Rechnern irgendwelche alten Dokumente herum, die ich dann
irgendwann einfach nicht mehr benutzt habe. Ich hatte also meinen
persönlichen Misserfolg mit OpenOffice - und meine Erfahrungen auch als
Eintrag auf diesen Webseiten dokumentiert. (Die Seite habe ich aber
irgendwann wieder gelöscht. Aus schlechtem Gewissen: Freie Software soll
man nicht niedermachen. Das erschien mir unfair gegenüber den Machern
des Projektes.)
Doch nun war es also wieder an der
Zeit - was lange währt wird endlich gut oder so. Frisch gewagt ist halb
gewonnen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt oder so. Mit allerlei dummen
Volkssprüchen im Hinterkopf machte ich mich also dran, die aktuelle
OpenOffice Version zu erproben.
Die neue OpenOffice Version 2.3 im
Internet ist schnell gefunden. Der Download ging flink. Die Installation
mehr oder weniger auch.
http://de.openoffice.org/
Ein kurzer Start, eine kurze
Grundkonfiguration (wir wollen alle OpenOffice Dokumente im MS OFFICE
Format speichern - siehe Screenshot unten) - und los kann es gehen.

Wichtig: Das
muss für jeden Dokumenttyp separat eingestellt werden!
Bevor ich mir hier
einen abbreche: das folgende Ergebnis hat mich überrascht! Zwar ist der
erste Start immer noch ein bisschen träge - das stört aber nur marginal
und beim ersten Dokument des Tages. Ab dann hat man ein schnelles,
flinkes Officeprogramm. Meine vorhandenen Officedokumente lassen sich
problemlos öffnen, bearbeiten, schliessen und speichern. Egal ob man sie
anschliessend mit MS OFFICE97 oder mit OpenOffice wieder öffnet. Alles
toll. (Persl. Hinweis: das gilt für UNSERE Dokumente. Ob das immer so
ist, wissen wir nicht, können wir nicht beurteilen - und das mag jeder
Interessierte selbst herausfinden.)
Eines sei allerdings erwähnt: Wer
meint die Umstellung wäre einfach und problemlos, der irrt. Zumindest
bei mir. Wenn ich ansonsten fünf Minuten für einen Brief brauchte, wurden
da in den ersten Tagen mit OpenOffice schnell 30 draus. Vieles was ich in MS OFFICE
über die Jahre hinweg benutzen gelernt habe, geht nun irgendwie anders.
Generell gilt der Satz: Alles geht - irgendwie - aber halt in
anderer Art und Weise. Da muss man umlernen, umdaddeln und Co - und auch
viel die Hilfe benutzen. Alle Feinheiten habe ich nach zwei Wochen immer
noch nicht durchdrungen - aber wenigstens bin ich wieder in der Lage
Angebote zu schreiben, unsere Preise zu kalkulieren und Co.
Der Preis des Fleiß
ist aber verlockend: Lizenzkosten 0 Euro. Für alle Arbeitsplätze in
unserem jungen Unternehmen. Und wenn ich ehrlich bin: Der mögliche
Upgrade auf ein neues MS OFFICE Paket wäre vermutlich auch nicht ohne
Zeitaufwand möglich gewesen. Umlernen muss man immer - da stellt sich
nur die Frage: Lernen UND ZAHLEN - oder Lernen UND UMSONST...
In diesem Sinne haben
wir unsere Entscheidung gefällt: wir stellen um. Und wir wünschen den
Machern des OpenOffice Projektes noch viel Erfolg bei ihrem Tun!
Hier schon mal ein
paar Antworten auf die wichtigsten Fragen unserer Kollegen:
Allgemein
-
OpenOffice ist
umsonst. OpenOffice enthält mit WRITER ein Textprogramm, mit CALC eine
Tabellenkalkulation, mit IMPRES ein Präsentationsprogramm. (Daneben gibt
es noch das eine oder andere Zusatzprogramm, das ich mangels Bedarf
nicht untersucht habe.)
-
Bei der Installation
unbedingt den Klick für vorhandene Text / Tabellen... Dokumente mit
OpenOffice öffnen setzen. Wenn ihr das vergesst, müsst ihr später die
Installation noch einmal starten. (Ich hab´s vergessen und mir einen
abgebrochen, um die Dokumente später zu verknüpfen. Zumindest solange,
bis ich den Tipp mit "nochmal Setup starten..." gefunden habe.)
-
Nach dem ersten
Programmstart (egal in welchem Dokument) unbedingt in
--> Extras --> Laden speichern das
Standardspeicherformat auf Word / Excel / Powerpoint 97/2000/XP setzen!
Wichtig: für jeden Dokumententyp separat. Wie oben im Screenshot
gezeigt.
-
Ihr könnt unsere
vorhandenen OFFICE Dokumente dann weitgehend problemlos laden, bearbeiten und
speichern. (Evtl sind ein paar Anpassungen notwendig. Bisher marginal.)
-
Das erste Laden am
Tagesanfang dauert etwas. Auch wenn ihr OpenOffice.org beim Systemstart
laden aktiviert habt. (Unter --> Extras --> OpenOffice.org -->
Arbeitsspeicher).
-
Der integrierter PDF
Maker erzeugt zwar etwas grosse Dokumente - ist aber ansonsten voll
benutzbar. (Wenn man sich mit seiner Konfiguration auseinandersetzt,
könnten die PDFs u.U. noch kleiner werden. Unser gekaufter PDF Writer
kann aber als Druckertreiber weiter verwendet werden.)
CALC
Tabellenkalkulation
-
CALC öffnet die
Tabellen anders als Excel: die Spaltenbreite ist immer angepasst
optimiert. Das sieht im ersten Moment blöde aus - ist aber
gewöhnungsbedürftig überlebbar.
-
Bei CALC werden
Zeilen anders kopiert als bei Excel. Gewöhnungsbedürftig - aber lernbar.
Ärgerlicher ist, dass die eine oder andere Formel Fehler produziert. Die
müsst ihr halt von Hand umstellen / anpassen.
-
Rahmen unter CALC
sind etwas blöde. 1)
Wenn ihr mit CALC
Excel Tabellen öffnet, die eine fette Umrandung verwenden, werdet ihr
einen Augenschaden bekommen. Fetter Rahmen war bei Excel = normal = gut
sichtbar. Dieser von Excel bekannte fette Rahmen wird bei CALC = fetter
Rahmen = extrem dargestellt! Wenn ihr die Tabellen ausdruckt sieht es
aus wie auf einer Beerdigungsanzeige. 2)
Wenn ihr hingegen
unter CALC neue Rahmen zieht: CALC kennt wohl nur eine Rahmenart = den
dünnen Rahmen. Ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, die
Rahmenformatierung bei CALC einzustellen - aber vielleicht geht das ja
irgendwo. Evtl müsst ihr vorhandene Excel Dokumente umstellen - und
zukünftig dann halt mit dem dünnen oder mit dem extremen Rahmen leben.
-
Tipp für CALC:
blendet euch unter --> Ansicht
--> Symbolleisten die Leiste ZELLE EINFÜGEN ein. Diese Leite dann
noch etwas umfuddeln (anpassen), damit ihr Zellen (Spalten / Zeilen)
einfügen oder löschen könnt. Und Inhalt löschen ist dort auch ganz
brauchbar. Damit kommt ihr unter CALC dann recht flink zurecht.
WRITER
Textverarbeitung
-
Bei WRITER sieht das
Inhaltsverzeichnis anders aus. Kann man aber mit leben. Richtig unschön ist,
dass man im Inhaltsverzeichnis NICHT mehr navigieren kann. (Mouseklick
auf Seitenzahl - und schon ist man wo man hin will...) Dafür müsst ihr
in OpenOffice eine Funktion NAVIGATOR aufrufen. Der wiederum merkt sich
beim wiederholten Aufrufen nicht, wo man zuletzt war, so dass man immer
vom Anfang navigieren muss. (Dieser Punkt mit dem Inhaltsverzeichnis ist bisher meine
grösste OpenOffice "Katastrophe".)
-
Bei WRITER lassen
sich die Zellen von Tabellen nicht so gut (=schnell) markieren. Ist
gefühlt etwas unrunder als beim alten Office und etwas blöde, wenn man
Angebote in Tabellenform erstellen will.
-
WRITER reagiert bei
mir etwas träge, was die Ansicht "Vorlage anwenden" angeht. Bevor ihr
also denkt, dass ihr einen Text mit der falschen Vorlage formatiert
habt: Cursor auf Text stellen, kurz warten - erst dann stimmt die
Ansicht.
IMPRESS
Präsentation
-
Beim IMPRES scheinen
die Symbolleisten nicht korrekt angepasst: es ist mir nicht gelungen,
den Aufgabenbereich dauerhaft wegzublenden. Der ist jedes Mal neu da,
wenn ich IMPRES öffne - kann aber durch einen Mouseklick entfernt
werden. (Ist halt nur ein Click mehr in einer Welt, in der wir nicht
nach Mouseklicks bezahlt werden.)
-
Beim Ausdruck
vorhandener Powerpoint Dokumente unter IMPRESS müsst ihr mit den
Druckparametern herumspielen. Sonst entstehen irgendwo Seitenränder, die
vorher nicht da waren. (Bitte vorher testen, um nicht unnötig Papier zu
verschwenden.)
-
Die standardmässig
bei IMPRES mitgebrachten Bitmaps sind - vorsichtig formuliert - etwas
dürftig. (Anders ausgedrückt: da ist für uns so gut wie nix Brauchbares
bei. Kein PC, keine Drucker, keine Industriebilder, nix, null,
nada, nothing.) Nehmt Google und sucht euch Addons aus dem Internet. Je
nachdem wer es braucht...
Noch mal
Allgemein (II)
-
Die von unseren
Produkten erstellten XML Daten kann OpenOffice CALC auch nicht
standardmässig öffnen. Da müsst ihr den Umweg über CSV Konvertierung
gehen, den wir in unserem jüngsten
XML
Viewer hinein programmiert haben. (Allerdings soll es noch einen irgendwie-was-auch-immer Weg
geben, um OpenOffice eigene XML Formate beizubringen. Ich forsche noch -
und werde das vielleicht irgendwann / eines Tages mal dokumentieren.)
-
Ansonsten haben sich
ein paar Menüs verschoben - einfach die Hilfe benutzen. Die wirkt zwar
manchmal spartanisch, ist aber aussagefähig.
-
Die im OpenOffice
Test 1.x aus dem Jahr 2002 erwähnten gravierenden Probleme (gepixelte
Logos etc) dürften hingegen weitgehend gelöst sein. Zwei Wochen Test
mit der neuen Version 2.3 haben bisher weitgehend positive Ergebnisse gebracht. Der Echteinsatz dürfte
sich im nächsten Monat erweisen. Evtl. gravierende Probleme werde ich in
einem Update nachreichen.
Nachtrag aus den
ersten Tagen Echteinsatz, 10.Januar 2008:
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Für unsere Kollegen
mit "schwachen" / betagten Rechnern: OpenOffice auf einer Hardware mit
<512MB RAM zu fahren erscheint eine "innovative" Idee zu sein.
Vielleicht durch den monolithischen Aufbau: der Start dauert etwas arg
lange - im Sinn von unzumutbar. Evtl. müssen die Kollegen mit alten
Rechnern weiterhin das alte MS OFFICE97 verwenden und wir, die im Genuß
neuerer Rechner sind, nutzen den
Kompatiblitätsmodus.
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Probleme scheint es
mit Dokumenten zu geben, bei denen die Kopf / Fusszeile unter MS WORD
mit --> Zeichen --> Textfeld erstellt wurde. Die Bearbeitung unter
OpenOffice funktioniert zwar - wird das Dokument aber anschliessend
wieder mit MS WORD geöffnet, ist die Fuss / Kopfzeile arg verrutscht.
Das Problem scheint behebbar zu sein, wenn man die Fuss / Kopfzeile
unter OpenOffice verankert. (Ist etwas aufwändig - aber machbar.)
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Ebenfalls Probleme
mit der Fuss / Kopfzeile nach obiger Art und Weise gibt es, wenn die
Zeile eine eMailadresse (oder URL) enthält. Dort kippt beim
anschliessenden Öffnen mit MS WORD dann die Formatierung um. Lösung: URL
und eMailfeldmarkierung entfernen, damit die Angaben "normaler" Text
werden.
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Und noch mal Kopf-
und Fusszeile: Die MS Office97 Kompatibilität der Kopf- und Fusszeilen
bei verschiedenen Seiten scheint uns stark eingeschränkt zu sein. Unter
OpenOffice muss man hier wohl mit verschiedenen Dokumentvorlagen
arbeiten - das erscheint uns extrem kompliziert und wir vermissen
unseren alten MS WORD Haken "erste Seite anders" (für abweichende Kopf-
und Fusszeilen auf den Seiten) schon sehr.
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